Polarlicht am 11./12.04.2001

 
 

11.04.01, 21:18UTC, t etwa 30, (Wega / Herkules), 1:4/29mm-Objektiv, Fujichrome 400.

Beobachtungsort: nahe Utecht ca. 15km südlich von Lübeck
Koordinaten: ca. 53.8°N / 10.8°E

Die Durchsicht war nicht besonders gut (Grenzgröße nur bei etwa 4-5mag). Immerhin störte kein Mondlicht.
Nachdem es abends dunkel genug wurde, erschien der Nordhorizont bereits mit einem schwachen Bogen leicht aufgehellt (20UTC).  Der Bogen schien höher zu wandern und wurde auch breiter. Der gesamte Nordbereich erschien dann gräulich aufgehellt, wie bei einer "schlechten Dämmerung"; keinerlei Strukturen.
 

Nach Dämmerungsende dämmerte zunächst das aufkommende Polarlicht vor sich hin. Für Strukturen am Himmel sorgten ab und an einige Wolken. 20:50UTC t=45" bei 1:4/29mm auf Fujichrome 400. Der sehr helle Schein am Horizont stammt von Lübeck.

Ab ca. 21:17UTC entwickelte sich am Ostrand dieses Gebietes ein rötliches Strahlengebiet (siehe ganz oben). Nach und nach traten überall hochreichende Strahlen hinzu (quasi farblos), die bis über den Zenit hinausgingen (mit Koronaerscheinungen).
Der rötliche Ostbereich erhielt sich am längsten. Der Norden glimmte dann weiter nur zeitweise, während ein schwacher homogener Bogen von SW über den Löwen und Zenit (dort teilweise unterbrochen) nach ESE herunterging. Nach S gab es auch diffuse Aufhellungen, die fast bis zum Raben reichten! Hier und da gab es ein paar dunklere Wolkenreste von Stratocumulus. Beobachtungsabbruch kurz nach 22:30UTC.

Nun die obligatorischen K-Indices vom 11.04.01:
Tromsø/Norwegen: 5 3 2 3 5 7 5 7
Wingst/Deutschland: 3 2 2 2 4 8 7 9
K-planetarisch: 3o 2+ 2o 2o 4- 8o 8- 8+

Es folgt der  Übergang zum 12.04.01:
Tromsø/Norwegen: 7 5 5 3 3 2 1 2
Wingst/Deutschland: 8 6 5 4 4 3 1 1
K-planetarisch: 7+ 6+ 5+ 5o 4- 3o 1- 1o

ACE/SEC-Sonnenwindzusammenfassung: Geschwindigkeit  am 11.04. ganztags über 500km/s. Ab mittags nach einer Schockpassage deutlicher Anstieg. Während meines Beobachtungszeitraumes über 700km/s (Tagesspitze bei 780km/s) mit Teilchendichten ab ca.15UTC von 10 und mehr Partikeln pro ccm (Tagesspitze während des geomagnetischen Sturms bei 20 Teilchen pro ccm).
 

11.04.01, zenitnah ca. 60-90 gegen 22:32UTC (Mitte  Coma Haufen, links Arcturus), 1:4/29mm-Objektiv, Fujichrome 400.

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Photographs and text are copyright ©2005 Olaf SQUARRA

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